Eine Choreografie der Stunden, um das Schweigen zu bändigen und das Rieseln der Zeit hörbar zu machen; Lo48, 290725, 16:37
1. Eine Liste schreiben
Um dieser dröhnenden Leere im Kopf Inhalte zu geben, Inhalte die keine Scham und keine Wut entflammen. Um zu erproben, ob in diesem großen nichts, in dieser emotionsraubenden Ernüchternheit das ist, was vor einigen Monaten meine Wurzeln bepflanzte, im Gewebe meines Denkens. Wann verlor ich es? Wie finde ich es wieder?
2. Das Lies summen, das seit 5 Monaten mein Hirn bewohnt, dieses Lied aus den immer gleichen zwei Strophen. Ich hörte es einst, als ich voll Liebe erfüllt war, am Tage der Paare, am Tage der Zweisamkeit, gesungen von einer Marionette. Eine Marionette, die mit solch einer Zärtlichkeit geschnitzt, mit solch einer Sorgfalt bemalt und mit solch einer Zuwendung bekleidet wurde. Dessen Vater Tränen in den Augen hat, wenn er von der Erschaffung erzählt. Sein Blick glänzt, als er sie vorstellt, ein Glanz, den mein Vater nie kannte, denn mein Vater spricht nicht von mir, spricht nicht mit mir. Und so beneide ich diese hölzerne, leblose, geliebte Marionette, aus Holz und Lack, die aus Liebe entstand, die geliebt wird, die täglich versorgt wird.
3. Den Text des Gesummes recherchieren:
Ich weiss nicht, woher ich komme
Ich weiss nicht, wohin ich geh
Ich weiss nicht, was ich suche
Ich weiss nicht, wer ich bin
Ich weiss nur, ich muss finden
Was ich verlor vor langer Zeit
Doch ich weis nicht wo und auch nicht warum
Ich weiss nur, mein Weg ist weit
4. Über die Ironie des Schicksals Tränen vergießen