MATER MELAHAT

Liebsten, 090925, Albanien, Dhermi, 22:53


Sie kochen für mich, 
während ich noch zwischen Straßenlampen hänge
 und der Asphalt meine Schritte nicht mehr zählt. 

Ich komme nach Hause,
 wie ein Geist in der Tür und meine Seele gleitet in ihre Arme.
Niemand zählt mein Zittern,
 niemand verlangt Beweise 
für das, was mich zerzaust hat.

Sie reichen mir Brot statt Erklärungen, 
und das Salz auf der Zunge
 erzählt die Geschichte besser als ich.

Liebende, die Löcher sehen,
 bevor ich falle,

die mich rufen, 
wenn der Boden unter mir zu einem Flüstern wird.

Sie tanzen auf den Kanten mit mir und sagen:
 "Schau, auch die Tiefe hat Licht."

Berge träumen sich in Wasser, 
wir sind 
von Fischen umkreist,
 die unser Schweigen verstehen.

Sie wissen:
 Hier wird nichts gejagt.
 Hier wird niemand aus Habgier gehetzt.

Ihre Finger sind flüssiges Wachs,
 ziehen kleine Kreise in meine Handflächen,

und plötzlich hat mein Körper 
Landkarten aus verschiedensten Berührung.
Kerzen flackern in meinem Gesicht,
 und mein Inneres leuchtet durch die Haut.
 Ich fühle nicht mehr nur 
ich werde Gefühl.
Der Abend fällt wie ein Vorhang,
 die Flamme nickt müde, 
wir essen zwischen Atemzügen
Fledermäuse malen Verse über unseren Köpfen.

Kein Joker hat meine Hand berührt,
 doch nun lernen wir Bachata im Silber des Mondes,
springen über Steine, halten uns fest, und unser Lachen bringt das Tal zum Singen.

Ich werde ins Bett getragen,
 die leichte Decke wird über mir ausgeschüttet,
wie der Schnee in fernen Wolken.
Das leise Summen von Draußen
 dringt in mein Herz,
 und die Tränen, 
sie warten,

nicht aus Traurigkeit,
 sondern weil zu viel Liebe, zu viel Schönheit

kein anderes
Ventil kennt.